Allenthalben wird von Pflegeeinrichtungen die Verhinderung von Mangelernährung und Dehydration bei Bewohnerinnen erwartet. Nach wie vor mangelt es dabei an verlässlichen Kenntnissen zur pflegerischen Handlungsebene, insbesondere zur Wirksamkeit angewendeter pflegerischer und arbeitsorganisatorischer Verfahren auf den Ernährungszustand der Pflegebedürftigen. Ein Expertenstandard steht entsprechend noch aus
17 Hamburger Alten- und Pflegeheime führen deshalb seit April 2005 einen ernährungsbezogenen Qualitätsvergleich durch und haben sich unterdessen zum Hamburger "Qualitätsverbund Essen und Trinken" unter einem gemeinsamen Logo zusammengefunden. Erhoben werden anonymisierte Informationen zur einschlägigen Strukturqualität der Einrichtungen und zu der damit erzielten Ergebnisqualität.
Das Vorkommen von Mangelernährung (gemessen mit dem Mini Nutritional Assessment, MNA) unter rund 1000 Pflegeheimbewohner/innen mit durchschnittlicher Pflegestufenverteilung liegt nach 3 Erhebungsphasen bei durchschnittlich 20 %. Etwa 40 % der betrachteten Bewohner/innen leben immerhin mit dem Risiko, einen schlechten Ernährungszustand zu entwickeln. Pflegeinrichtungen, die systematisch in der Bezugspflege arbeiten, scheinen dabei durchschnittlich niedrigere Kennzahlen zu erreichen.
Die Ergebnisse sind günstiger, als jene - die öffentliche Wahrnehmung bestimmenden - Schätzungen von Experten, die von 25-60 % Mangelernährten in Einrichtungen der stationären Altenpflege ausgehen. Sie signalisieren gleichwohl erheblichen Handlungsbedarf.
Gegenwärtig erarbeiten die am Hamburger Qualitätsverbund teilnehm
enden Betriebe einen praxisorientierten Handlungsleitfaden, der Ende 2007 vorgestellt werden soll.